Der Fondsbrief: Xolaris-Chef Stefan Klaile über die Möglichkeiten einer Service-KVG nach Liechtensteiner Recht

XOLARIS Capital AG in Vaduz
Posted by: XOLARIS Group Category: Der Fondsbrief, Stefan Klaile, CEO, XOLARIS Gruppe

Die XOLARIS Capital AG hat die Zulassung als AIFM von der Finanzaufsicht Liechtenstein erhalten – als bislang einziges deutsches Unternehmen. Welche Möglichkeiten sich daraus ergeben, berichtet XOLARIS-Chef Stefan Klaile im Gespräch mit dem Fondsbrief.

Der Fondsbrief: Wie erleben Sie derzeit den Markt geschlossener AIF?

Stefan Klaile: Das Geschäftsmodell sowohl der geschlossenen Fonds als auch der Service KVG beweist sich in der Krise. Über stabile Cash Flows freuen sich sowohl die Anbieter als auch die Investoren der AIF.

Der Fondsbrief: Und das Neugeschäft?

Klaile: Der Vertrieb unserer aktuellen AIF´s ist sehr gut angelaufen. Die Nachfrage der Anleger nach neuen Angeboten im Bereich der Realwerte ist weiterhin ungebrochen. Wir sehen allerdings bei neuen Projekten eine Nachfrage nach externen Vertriebsaktivitäten, bzw. externer Vertriebskoordination, sodass wir überlegen auch diesen Bereich als zusätzliches Dienstleistungsangebot aufzubauen.

Der Fondsbrief: Soll dabei auch der Gang nach Liechtenstein helfen?

Klaile: Die Zulassung in Liechtenstein hilft uns in erster Linie bei Produkten für institutionelle Anleger, zum Beispiel anhand von SICAV-Strukturen. Luxemburg war in der Vergangenheit und ist auch heute noch der Platzhirsch in Europa für internationale Investoren. Allerdings gibt es dort mittlerweile mehrere hundert Kapitalverwaltungsgesellschaften, sodass es in der Regel eher um Gebührendumping als um Qualität geht. Daneben beträgt der Zeitraum für eine Fondsauflage inkl. Vertriebszulassung mehrere Monate, in Liechtenstein ca. 10 Tage. Dennoch gibt es in Liechtenstein gerade einmal 17 KVGs, und wir sind das einzige Unternehmen aus Deutschland.

Der Fondsbrief: Wie ist das zu erklären?

Klaile: Historisch gesehen hatte Liechtenstein nicht immer das beste Image. Aktuell gibt es in Lichtenstein 17 AIFM´s, wobei wir das einzige ursprünglich deutschstämmige Unternehmen sind, das sich entschieden hat, den Weg zur Zulassung zum AIFM in Lichtenstein zu gehen. Liechtenstein gehört zum EWR und unterliegt damit auch der europäischen Verordnung der AIFMD. Die Regierung sowie die Finanzaufsicht in Liechtenstein haben die europäischen Vorgaben konsequent umgesetzt. Dabei legen sie sehr viel Wert auf Qualität in den Prozessen, sowie im Risikomanagement und Compliance, also den Grundpfeilern des Anlegerschutzes.

Der Fondsbrief: An welchen Produkten arbeiten Sie aktuell?

Klaile: In Liechtenstein haben wir mittlerweile die Möglichkeit dieselben Produktstrukturen wie in Luxemburg anzubieten, und dies alles basierend auf der höchsten europäischen Richtlinie. Daneben haben wir durch die Zugehörigkeit Lichtensteins zum Schweizer Wirtschaftsraum den Vorteil, dass wir die Fonds schnell und problemlos zum Vertrieb in der Schweiz zulassen können. Dies ist gerade für Family Offices und internationale Investoren ein Benefit, den kein anderer europäischer Finanzplatz anbieten kann. Aktuell arbeiten wir an verschiedenen Projekten, so z. B. einem Multi Asset Fonds, einem Private Debt Fonds, sowie einem Schiffsfonds, der als Beimischung für institutionelle Investoren gedacht ist..

Der Fondsbrief: Und sonst?

Klaile: In unserer deutschen Service KVG sind wir ebenfalls sehr aktiv und planen einen Immobilien Spezial AIF sowie einen Spezial AIF zum Thema Flieger. Wichtig für uns ist allerdings zu sehen, dass das Geschäftsmodell der Service KVG immer weiter akzeptiert wird, und der AIF als Finanzierungsvehikel zunehmend auch nicht nur von klassischen „Emittenten“ in Betracht gezogen wird. So wird der AIF mittlerweile auch zur klassischen Finanzierung, zur Bilanzbereinigung oder auch zur Haftungsabgrenzung angefragt. .

Der Fondsbrief: Spielt das Privatkunden-Geschäft nur noch eine untergeordnete Rolle bei XOLARIS?

Klaile: Auf keinen Fall. In Kürze kommen drei Angebote für private Kapitalanleger: Ein Venture-Capital-Fonds, ein Immobilienfonds mit Studentenapartments und einer mit Büroimmobilien.

Der Fondsbrief: Wie erleben Sie die Zusammenarbeit mit der BaFin bei solchen Produkten?

Klaile: Einer der Gründe, warum wir uns für Liechtenstein entschieden haben, war die von Anfang an sehr konstruktive Zusammenarbeit mit der Finanzmarktaufsicht Liechtenstein. Hier arbeiten fast ausschliesslich Menschen, die selbst aus dem Markt kommen, und daher die Bedürfnisse der Marktteilnehmer kennen, unternehmerisch denken wo dies möglich erscheint, aber auch den Finder in die Wunde legen wo dies notwendig ist. Ich würde mir wünschen, dass die Zusammenarbeit mit der Finanzaufsicht in Deutschland ebenso zielführend wäre. Die Marktkenntnisse der Mitarbeiter ist sehr unterschiedlich, was teilweise dazu führt, dass gleiche Sachverhalte bzw. auch Paragraphen des KAGB von Mitarbeitern unterschiedlich interpretiert werden. In Liechtenstein bekommen wir innerhalb weniger Tage eine schriftliche Auskunft, und die ist verlässlich.

Der Fondsbrief: Was wird passieren, wenn die BaFin auch die Kontrolle über die freien Vertriebe übernimmt?

Klaile: Ich bin mir nicht sicher ob die BaFin die personellen Ressourcen hat, um dieser Aufgaben gerecht zu werden. Auch hier ist sehr detailliertes Markt- und Prozess-Know-How unumgänglich, um in Situationen mit dem notwendigen Fingerspitzengefühl agieren aber auch reagieren zu können.

Zur XOLARIS Gruppe

Die 2010 gegründete XOLARIS Gruppe steht mit ihren AIFM für eine unabhängige White Label – Investmentgesellschaft mit dem Fokus auf Alternative Investmentvermögen (AIF) in den Assetklassen Private Equity, Real Estate, Renewable Energy und Shipping. Mit Hauptsitz in Liechtenstein und Tochtergesellschaften in Deutschland, Frankreich, und Asien kann die die gesamte Wertschöpfungskette von Alternative Investments abgebildet werden getreu ihrem Motto: „Investment Quality – Made with Passion.“

Weitere Einheiten der Gruppe bieten Dienstleistungen von der Beratung zur Auflage, Strukturierung und dem Vertrieb über die Fondsbuchhaltung bis zur Administration Alternativer Investmentvermögen und weiterer Sachwertinvestments. 

Als von Produktanbietern rechtlich unabhängiger Dienstleister für die Konzeption, die Verwaltung und das Management Alternativer Kapitalanlagen, versteht sich die XOLARIS Gruppe in Ihrer Gesamtheit als „Enabler“ für Initiatoren und Investoren.

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