Liechtenstein versus Luxemburg als Platz für unregulierte Fonds

Posted by: XOLARIS Group Category: Alle Beiträge, Volodymyr Andrianov XOLARIS Capital AG, Risk Manager, Liechtenstein

Liechtenstein versus Luxemburg als Platz für unregulierte Fonds

Eine der attraktivsten Strukturierungsinstrumenten an den Finanzmärkten für Fondsprodukte sind unregulierte Fondslösungen, allgemein als sogenannte Verbriefungsvehikels bzw. Securitization Vehicles oder Zweckgesellschaften zur Strukturierung von Anlagen in verschiedene Vermögensklassen bekannt. Die Verbriefung ermöglicht ein viel breiteres Risikoteilung im Finanzsektor und könnte die Bilanz des Initiators/Urhebers entlasten (z.B. ursprünglicher Kreditinhaber der verbrieften Kredite), die eine Ausweitung der Kreditkapazität auf die Wirtschaft ermöglicht. Eine der beliebtesten Jurisdiktionen in Europa war immer Luxemburg, ein traditioneller Ort für Fondsgründung in Europa, und zweitgrößte Investmentfondsmarkt in Europa in Bezug auf verwaltetes Vermögen bzw. Assets under Management (AuM). Mit rund von 3600 Fonds mit Sitz in Luxemburg und über 5 Bln. AuM. Ein erheblicher Teil von dortigem Finanzplatz sind unregulierte Fonds, sogenannte Securitization-vehikels, die dort seit Verabschiedung des Verbriefungsgesetzes im Jahr 2004, lange vor der 2018 in Kraft getretenen europäischen Verbriefungsverordnung, existieren. Etwa die Hälfte davon – rund 1500 sind unregulierten Verbriefungsvehikels. Verbriefungsvehikel können zwei Arten haben: reguliert (von der Finanzmarktaufsichtsbehörde beaufsichtigt) oder nicht reguliert, wobei der größte Teil davon nicht reguliert ist. Von rund 1500 Vehikels in Luxemburg werden nur etwa 30 bis 40 Vehikels von der Aufsichtsbehörde reguliert/überwacht (CSSF). Andere sind von der Überwachung befreit, soweit die sich für unregulierte Option entscheiden, unter einer Voraussetzung, dass sie ein begrenztes öffentliche Angebot besteht (nicht mehr als 3 Wertpapiere pro Jahr) oder ein Mindestzeichnung für Wertpapiere ab 125.000 Euro haben.

Unregulierte Fonds stellen einen beträchtlichen Teil der Vermögenswerte in ganz Europa mit über 200 Bln dar. in allem.

Figure 1: European securitisation (in bn EUR)
Source: AIFME Securitisation Reports

Wie reagiert Liechtenstein auf diese Strukturierungsoptionen? Seit der Verabschiedung der europäischen Verbriefungsverordnung (EU) 2017/2402), die 2019 in Kraft trat, wurde sie direkt über die Europäische Union anwendbar, die direkt einheitliche, standardisierte, einfache und transparente Basis für die Verbriefung und das unterstützte Funktionieren der Finanzmärkte in der gesamten Europäischen Union schuf. Diese Verordnung enthielt zwar unterschiedliche Kriterien im Vergleich zum luxemburgischen Recht. Sie gilt jedoch für die Mitgliedstaaten der Europäischen Union und auch für den Europäischen Wirtschaftsraum (EWR), und somit über die Umsetzung des EWR für Liechtenstein der Mitglied des EWR-Vertrags ist. So könnte der liechtensteinische Finanzmarkt nach Verabschiedung des EWR-Durchführungsgesetzes am 6. November 2020 von der Verordnung profitieren. Das EWR-Durchführungsgesetz definiert in Einzelheiten Kompetenzen, Aufgaben und Befugnisse der lokalen Regulierungsstelle – FMA in dieser Hinsicht.

Darüber hinaus hat Liechtenstein im Rahmen des liechtensteinischen Gesellschaftsgesetzes die traditionelle Regelung (im Personen und Gesellschaftsrecht) ein Abschnitt über die geschützten Zellgesellschaften (segmentierte Verbandspersonen) in Art. 243 ff., mit einem Konzept ähnlicher sogenannter Segregationsvehikels, die eine Segmentierung der Kapitalrechte und eine Begrenzung von Risiken im Zusammenhang mit bestimmten segmentierten/geschützten Zellen innerhalb derselben Rechtsperson ermöglichen, die über eine Reihe solcher Zellen verfügen könnten, die unterschiedlichen nicht verbundenen Kapital/Aktionären angehören. Das Konzept existiert auch in der Finanzwelt des angelsächsischen Rechts bzw. Common Law, z.Β. Cayman Segregated Portofolio Companies, und weitgehend in der Welt bekannt. Dies ist sehr ähnlich der Trennung der Subfonds-Vermögenswerte vom SICAV selbst in der traditionellen Fondsbranche für die regulierten Fonds.

Andererseits fungierte Liechtenstein als einer der Markttreiber für die Blockchain-bezogene Strukturierungslösung im Blockchain Act/Token & TT Service Provider Act (TVTG) 2020, die erweiterten Optionen zur Strukturierung von Instrumenten auf dem Finanzmarkt durch Token-Emissionen ermöglicht, die ebenfalls von der FMA-Aufmerksamkeit abgedeckt werden.

Die Kombination dieser drei Rechtsinstrumente innerhalb des liechtensteinischen Marktes ermöglicht somit über die traditionellen Finanzinstrumente hinaus auch andere alternative Strukturierungsoptionen für Marktteilnehmer der Finanzbranche, die Liechtenstein für die Platzierung von Finanzinstrumenten am attraktivsten machen.

Die XOLARIS Gruppe:

Die 2010 gegründete XOLARIS Gruppe steht mit ihren AIFM für eine unabhängige White Label – Investmentgesellschaft mit dem Fokus auf Alternative Investmentvermögen (AIF) in den Assetklassen Private Equity, Real Estate, Renewable Energy und Shipping. Mit Hauptsitz in Liechtenstein und Tochtergesellschaften in Deutschland, Frankreich, und Asien kann die die gesamte Wertschöpfungskette von Alternative Investments abgebildet werden getreu ihrem Motto: „Investment Quality – Made with Passion.“

Weitere Einheiten der Gruppe bieten Dienstleistungen von der Beratung zur Auflage, Strukturierung und dem Vertrieb über die Fondsbuchhaltung bis zur Administration Alternativer Investmentvermögen und weiterer Sachwertinvestments. 

Als von Produktanbietern rechtlich unabhängiger Dienstleister für die Konzeption, die Verwaltung und das Management Alternativer Kapitalanlagen, versteht sich die XOLARIS Gruppe in Ihrer Gesamtheit als „Enabler“ für Initiatoren und Investoren.

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